Allgemeines Wissen Ölbinder

Hier finden Sie Wissenswertes über Ölbinder, Ölbindematten, ihre Materialien, physikalische Wirkungsweisen und sonstige Informationen.

1. Geprüfte und zugelassene Ölbindemittel

Vom Umweltamt bzw. der GÖC wird regelmäßig eine Liste   von Ölbindern herausgegeben, welche arbeitsmedizinisch und umwelttechnisch den Stand der Technik erfüllen sollen. Die Leistungsfähigkeit der dort gelisteten Bindemittel wird darin verglichen. Die Anforderungen werden auf der Seite "LTwS 27" erläutert Anforderungen Ölbindemittel

Dort finden Sie auch die Typenbezeichnungen  "I,II, III, R, IV, SF" genau erklärt. Diese Angaben müssen auf den Verpackungen der gelisteten Ölbindemittel stehen und zeigen die geeigneten Einsatzgebiete wie Straße oder Gewässer.

 

Als durchführendes Prüfungsinstitut sind z.B. das Hygiene Institut Ruhrgebiet Gelsenkirchen und das MPA Materialprüfungsamt Dortmund weltweit angesehen. Ein Ölbindemittel, welches die Prüfungskriterien der Institute erfüllt und gelistet ist, erfüllt besonders hohe Anforderungen. Deren Anwendung ist in den Augen des Umweltbundesamtes im öffentlichen Raum ohne weitere Begründung zulässig. 

 

Mittlerweile gibt es aber auch Materialien, die zwar dem Stand der Technik, aber nicht dem dem Ansatz der Ressourcenschonung entsprechen. So kann zum Beispiel Torf- Mulch gelistet werden. Dieser wird beispielsweise in Littauen oder der Ukraine aus Torffeldern abgebaut . Gleichzeitig zahlen wir als Steuerzahler und Naturschützer für die Renaturierung von Torffeldern in Deutschland, weil Torf ein besonders wertvoller Baustein zur CO2 Speicherung darstellt. Er darf hier nicht für Ölbindemittel abgebaut werden.

 

2. Verschiedene Arten von Ölbindern

Neben der Einteilung in die oben angesprochenen Typen I-IV gibt es generell feste und flüssige Bindemittel.

 

Korrekterweise sind flüssigen Produkte  Reinigungsmittel oder Tenside. Sie werden vom Umweltamt nicht als Ölbindemittel bezeichnet und nur für absolut definierte Notfälle empfohlen, und dann auch nur, wenn Sie vollständig aufgenommen werden nach dem Einsatz.

 

Die festen Typen werden eingeteilt nach Ihrem Basismaterial:

 

  • Moler-oder DiatomeenerdeKieselgur
  • Blähton bzw. weißer Porenbeton aus dem Recycling z.B. von Bausteinen
  • Polyurethanflocken aus dem Kühlschrank- oder Isolierstoff-Recycling
  • Elastomer-mineralische Ölbindemittel
  • Maisspindelgries, Torf,Textil /Celluloseflocken, Lederflocken
  • Vliestücher
  • Ölbindende Wachse.

Außerdem wirken die Binder mit unterschiedlichen Technologien, entweder

 

"absorbierend" = "aufsaugend"

 

oder

 

"adsorbierend" = "anlagernd",

 

​teilweise treten Adsorption und Absorbtion sogar gleichzeitig auf in unterschiedlicher Ausprägung. 

 

Je nachdem wird das Öl unterschiedlich fest gehalten. 

 

Typisch bezüglich Absorption sind saugende Materialien, welche Öle und andere Flüssigkeiten in Ihren Poren wie ein Schwamm aufnehmen bzw. absorbieren. Das sind z.B. Ölbinder basierend auf Porengestein, Ton- oder auch Polyurethanflocken und Watteschwämme bzw. die meisten Sorbents.

 

Im Bereich Adsorption sind vorrangig die elastomeren Ölbinder für die Straße und Gewässer zu nennen. Hier wirken molekulare Kräfte, van der Waals Kräfte, die wie ein Magnet die Verunreinigung an den Partikeln anlagern.

 

Jedes Mittel weist spezielle Vor- und Nachteile auf. Entsprechend individueller Anforderungen ergeben sich unterschiedliche Bewertungen.

 

Jedoch hat das Umweltamt mit der hier verlinkten Seite eine Liste herausgebracht, in der man die Leistungsfähigkeit der zugelassenen Ölbinder leicht selbst vergleichen kann.

2.1. Diatomeenerde - Tonerden

Moler- genannt auch Diatomeenerde bzw. Kieselgur ist ein helles, leichtes und poröses Material. Es stammt aus Norddeutschland oder der dänischen Region.

 

Kieselgur-Algenablagerungen am Meeresboden aus abgestorbenen Kieselalgen und Lehm bilden eine stabile Schicht, welche abgebaut wird. Es handelt sich um ein Produkt, das in ähnlicher Körnung auch als Katzenstreu verwandt wird.

 

Das Material ist relativ beständig gegen Säuren und saugt jegliche Flüssigkeiten auf. Typischerweise weist Diatomeenerde im Vergleich zu mineralisch-elastomeren Ölbindern jedoch eine geringere Bindefähigkeit auf und staubt mehr.

 

Dies zeigt sich besonders an feuchten Tagen mit Ölschlieren, weil die tonartigen Ölbinder erst Wasser ziehen. Dagegen saugen elastomere Produkte gleich das Öl auf, wenn sie auf Wasser schwimmen.

 

Es gibt auch relativ leichte, schwimmfähige, auf Ton oder Kieselgur basierende Ölbinder, die für Typ I und II zugelassen sind.

2.2. Elastomer mineralische Ölbindemittel

Bindemittel auf elastomer-mineralischer Basis sind relativ neu entwickelt. Sie sind deshalb weniger verbreitet als die auf Blähton oder Kieslgur basierenden klassischen Ölbinder. Aber diese neuen Bindemittel wie z.B. der universale Bidner von Schucu sind besonders saugstark und zugleich wasserunempfindlich.

 

Die besondere Eigenschaft dieser Binder beruht auf der physikalischen Kraft, die auch den Geko an der Decke hält! Es handelt sich um van der Waalsche Bindungskräfte. Öl wird gebunden schnell wie von einem MAgneten.Bei den elastomeren Bindern wird an der  Körneroberfläche die Verunreinigung schnell und fast unlöslich angelagert. Es wirken molekulare Kräfte, die eine sichere Bindung bewirken. Nur Diesel wird gebunden, kein Wasser.

 

Diese Ölbindemittel zeigen ihre Stärken besonders bei llangen Ölspuren und auf nassen Straßen z.B. mit Hydrauliköl.

 

  • Erstens ist kein mühsames Einarbeiten notwendig. 

  • Zweitens, da wasserabweisend, wird direkt das Öl aufgenommen und kein Wasser. Der Verbrauch ist drastisch verringert.

 

  • Drittens ist Hydrauliköl für Standardölbinder sehr problematisch. Für die elastomeren Binder jedoch nicht.

 

  • Einfegen, Aufsaugen und die Aufnahme mit normalen Kehrmaschinen ist einfacher. 

 

Gewöhnliche Absorber arbeiten wie ein Schwamm:  Sie weisen Poren auf.

 

IIn diese Hohlräume muß die Verunreinigung hineingelangen. Das ist für zähe Flüssigkeit schwierig und dauert.  Anschließend llöst sich ein Teil wieder. Bei Regen verhindert das aufgenommene Wasser die Ölbindung.

 

Elastomere Ölbinder wie der von Schucu sind deshalb an nassen Tagen besonders  überlegen. Und etwa 80 % der gemeldeten Ölspuren werden gerade an solchen Tagen gemeldet. Dann sind schillernde Spuren besonders sichtbar oder Ölreste werden wieder neu aus der Fahrbahn hochgewaschen.

 

Der Schucu Binder ist zugelassen für Straße und zusätzlich für Gewässer. Seine Einsatzbegiete sind besonders vielfältig: Farben, Lacke, Batteriesäure, Hydrauliköle, alle Flüssigkeiten rund ums Auto, auch Biodiesel und Hydrauliköl und werden sicher und schnell auch bei Regen gebunden.

 

Dazu ist er mit einer außergewöhnlich hohen Dichte von fast 600 g/L besonders windunempfindlich!

2.3. Torf Ölbindemittel

 Torf hat eine hohe Aufnahmefähigkeit. Aber der Abbau von Torffeldern wird nicht als umweltgerecht bewertet. Wir finden deshalb die Einstufung als "zugelassenes Ölbindemittel" vom Umweltamt als problematisch, wenn dann vom UBA "genehmigt" Sumpflandschaften dafür abgebaut werden.

 

Denn Torf ist als "nicht nachwachsender Rohstoff" eigentlich ausgeschlossen. Die letzten Torffelder sind auch die größten CO2 Speicher, die wir haben. Torffelder speichern wesentlich mehr CO2 als Wälder auf der gleichen Fläche. Trockenlegung führt zur Freisetzung des CO2 Gases. Auch die Artenvielfalt in den verbliebenen Torffeldern ist unvergleichlich.

 

In der Praxis haben Torfbinder große Schwierigkeiten mit der Aufnahme von Hydrauliköl.

 

Weitergehende Infos zum Thema Torf, Torfabbau, Blumenerde usw. finden Sie beim Naturschutzbund Nabu unter dem externen Link:

Naubu Torf

2.4. Polyurethan-basierte Ölbinder

 Diese Binder weisen ein hohes Bindevermögen auf und sind auch gegen Wasser relativ unempfindlich. Jedoch haben sie normalerweise eine extrem geringe Dichte und damit höhere Staubanteile und unserer Erfahrung nach eine geringere Haltefähigkeit.

 

Das Material stammt normalerweise aus dem Recycling von Isolierstoffresten aus der Produktion.

2.5. Tenside

Tenside sind nicht in der Liste der zugelassenen Ölbinder.  Ihr Einsatz ist für öffentliche Träger begrenzt möglich und problematisch.

 

Das Umweltamt äußert sich deutlich kritisch zu dem Einsatz. Ihre Anwendung ist eine Straftat, wenn sie nicht wieder vollständig aufgenommen werden.

 

Mittlerweile gibt es Untersuchungen auf Bundesebene, die zeigen, daß auf kurzen und mittleren Dieselspuren der Einsatz von Tensiden oder die Beauftragung von externen Reinigungsfirmen nicht vorteilhaft ist. Erst bei langen Ölspuren kann ihr Einsatz sinnvoll sein.

(Siehe hierzu bei der GÖC als Download: Pilotprojekt...).

 

So müssen bei der Meldung "Ölspur" sowieso Feuerwehren zur ersten Gefahrenabwehr ausrücken und dann natürlich auch dafür vor Ort tätig werden.

 

Nur wenn alle Tensidreste vollständig - in einem geschlossenen Kreislauf - wieder von der Straße aufgenommen oder ihre Reste laut Vorschrift mit klassischen festen Absorbtionsmitteln gebunden werden, ist ihre Verwendung erlaubt. Dieser Prozess ist auch für moderne Reinigungsmaschinen schwierig. Es darf nach der Behandlung mit Seife auf der Fahrbahn kein Rest mehr bleiben, da sonst die Bahn rutschiger als vorher sein würde.

 

Es gibt auch wegen teilweise überhöhter Kosten im Vergleich zur Reinigung mit Streubindemitteln zahlreiche Prozesse, welche von Versicherungen wegen der Kostenübernahme gegen Kommunen durchgeführt wurden.

 

Auf Gewässern ist der Einsatz von Tensiden umweltschädlich und verboten! Fische können von den eingekapselten Öltropfen der Tenside fressen und sich vergiften. Mikroben habe auch wegen der Kapsellung keine Chance, die Öltropfen als Nahrung aufzunehmen und umzuwandeln. Ölabscheider können funktional große Probleme bekommen, wenn Tenside in ihren Reinigungszyklus gelangen. Entspechend kann es auch zu Problemen in Kläranlagen kommen, Gewässer können "umkippen".

 

In einer Stellungnahme der Bundesanstalt für Gewässerkunde wird zu diesem Thema kritisch gegen Tenside geurteilt.

2.6. Chemikalienbinder (Sonderlösung)

 Seit vielen Jahren werden keine Prüfungen für Chemikalienbinder vom Umweltamt mehr durchgeführt. Es gibt nur ältere, früher geprüfte Chemikalienbinder, und durch die Abschaffung der Prüfungsnormen kann auch kein Produkt mehr eine neue gültige Zulassung erhalten. Alle vorherigen Prüfungen sind abgelaufen....

 

"Chemikalienbinder" wie z.B. vom Hersteller explizit freigegebene Diatomenerde sind für stärkste Säuren dann verwendbar, wenn sie entsprechend ihrem Sicherheitsdatenblatt dafür zugelassen sind. Nachteil bleibt ihre Wasserempfindlichkeit, Staubanfälligkeit und die oft geringe Saugfähigkeit sowie letztendlich der relativ hohe Preis.

 

Es gibt darüberhinaus in teilweise identischer Ausführung Ölbinder der gleichen Hersteller, die keine extra Zulassung ausweisen und aus dem gleichen Material wie die Chemikalienbinder sind. Sie können vergleichsweise genauso wirksam und dafür deutlich kostengünstiger sein.

 

Für Ihre spezielle Fähigkeit z.B. bei extremen Säuren und Laugen können sie Ihre Stärken ausspielen, nicht jedoch bei üblichen Ölspuren. Chemikalienbinder sind normalerweise erheblich teurer als normale Ölbinder und saugen oft schlechter als optimierte Absorbtionsmittel.

2.7. Weitere Produktkriterien

Zur Unterscheidung der Qualität von Ölbindern gibt es von Umweltamt bzw. dem MPA  Kriterien, welche ausführlich auf folgender Seite betrachtet werden: Anforderungen Ölbindemittel LTwS 27

 

2.7.1 Straßenfreigabe, Rutschfestigkeit, Staubentwicklung

Weitere Kriterien bei Ölbindern sind z.B. Rutschfestigkeit nach Abstreuen oder Staubentwicklung beim Aufstreuen, bei Wind oder beim Zusammenfegen.

 

Die Rutschfestigkeit wird mit einem sogenannten SRT-Meßgerät (Link zu Foto SRT-Meßgerät im Einsatz) einheitlich für jeden Ölbinder geprüft. Nach Ölunfällen auf der Straße ist diese Gerät das einzige zugelassene Gerät, um eine Freigabe für den Straßenverkehr rechtssicher durchzuführen.

 

In der Praxis werden die ca. 250 Geräte in Deutschland aber selten angewandt.  Ihre Verfügbarkeit und die Möglichkeit der Schulung an den Geräten ist beschränkt und mit sehr hohen Kosten verbunden.

 

Oft muß nach Erfahrung vom zuständigen Straßenverkehrsträger freigegeben werden. Hier herrscht teilweise keine eindeutige Rechtssicherheit für die ausführenden Personen.

 

Dazu kann man sagen: "Den letzten beissen die Hunde". Derjenige, welcher die Ölwarnschilder einholt, ist letztendlich der Verantwortliche. Deshalb sollte diese Arbeit nicht von den Feuerwehrleuten durchgeführt werden.

 

2.7.2 Dichte von Ölbindemitteln

Das Kriterium der Dichte ist weit gestreut von 52 g/L bis über 1450 g/L h.

 

Typische Binder aus Polyurethan haben eine Dichte von ca. 50 bis 250 g/l. Sie können leistungsfähig im Innenbereich sein. Aber sie stauben sehr stark und sind oft wasserempfindlich und leichter verweht als Binder mit der Dichte über z.B. 400 gr/L.

 

Schucu Ölbinder als Beispiel weist mit 595 gr/L eine besonders hohe Dichte auf. Er wird daher wenig verweht. Er eignet sich somit sehr gut z.B. für Flughafenbereiche, Häfen und Autobahnen.

 

Auch die Staubentwicklung beim Fegen ist wesentlich von der Dichte abhängig. Bei leichten Produkten bedarf es oft besondere Vorsichtsmaßnahmen wie das Tragen von Staubmasken (nicht nötig beim Schucu Ölbinder).

 

2.7.3 Kosten der Aufnahme von Ölverunreinigungen

Öl-Absorbtionsmittel werden in teils verwirrend bezeichneten Gebinden verkauft, oft in ca. 40-60 L großen Säcken mit 5 bis 20 kg Inhalt.

 

Für Sie als Kunden sind hauptsächlich Kosten je aufgenommenem Liter Öl entscheidend.

 

Außerdem sind Handlingskosten, Logistikkosten, Wind- und Wasserempfindlichkeit sowie Entsorgungskosten relevant .... 

 

Fazit:

Hier hilft die Bewertung des Umweltamtes. Damit kann jeder selbst objektiv seine Produktqualität überprüfen.

3. Entsorgung Ölbindemittel

 Generell sind mit Öl verschmutze Bindemittel "überwachungsbedürftiger Abfall".

 

Abfallschlüssel ist  AVV 15 02 02* "Aufsaug- und Filtermaterialien, Wischtücher (einschließlich Ölfilter, anders nicht genannt) und Schutzkleidung, die durch gefährliche Stoffe verunreinigt sind"

 

und  16 07 08* Ölhaltige Abfälle. In der Praxis wird meist der 15-er Schlüssel verwendet.

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