Anforderungen Ölbindemittel, Ölbinder nach LTwS27

1. Hintergrund LTwS 27

Welche Ölbinder werden in der Liste vom Umweltbundesamt aufgeführt?

Erfolgreich geprüfte Ölbindemittel finden Sie in der Liste, die vom Umweltamt vierteljährlich aktualisiert wird. Dort werden Materialart und Leistungsfähigkeit beschrieben.

 

Gelistete Binder erfüllen alle Anforderungen der LTWS 27 arbeitsmedizinisch und physikalisch. Nur diese Produkte dürfen Kommunen und Behörden benutzen.

 

Wer hat die Anforderungen an Ölbindemittel definiert?

Ein Fachgremium bildete dafür einen Ausschuss und veröffentlichte in der Schrift LTwS 27 detaillierte Anforderungen. LTwS steht für : "Lagerung und Transport wassergefährdender Stoffe". Im Fachausschuss sitzen Experten u.a. aus dem Bundesministerium für Umwelt, BMU, sowie aus Verbänden wie z.B. dem Verband der Ölbindemittelhersteller.

 

Warum wurden Anforderungen an Ölbindemittel definiert?

Die Auswahl an Ölbindern ist groß und und ihre Qualität ist sehr unterschiedlich. Mit dem sensiblen Einsatzgebiet im Bereich der Behebung von Umweltschäden, der Prävention von nachfolgenden Unfällen und dem täglichen Einsatz in unserer Umwelt und auf den Straßen muß eine einheitliche Mindestqualität garantiert werden. Diese kann doch lebensentscheidend sein. Deshalb sind Handlungsanweisungen und Entscheidungshilfen für öffentliche Aufgabenträger notwendig und für Verbraucher sinnvoll.

 

Auch werden durch einheitliche Analysen der technischen Daten die kostenentscheidenden Materialeigenschaften vergleichbar. Erst dadurch läßt sich z.B. bei einer Ausschreibung eine wirkliche Vergleichbarkeit der Produkte erreichen.

 

So werden z.B. von einem preiswerten Ölbindemittel mehr Kilogramm benötigt, um die gleiche Menge Öl zu binden. Ein etwas teureres Produkt benötigt dafür weniger Material, ist also effektiver und im Endeffekt deutlich günstiger.

 

Wenn sich dieser Vorteil in der Praxis bestätigt, zahlt sich das für den Verbraucher aus.

 

An wen richten sich diese Anforderungen?

Die LTwS 27 richtet sich an Verbraucher und Hersteller von Ölbindemitteln.

 

Was wird unter "Ölbindemittel" verstanden? 

In der Schrift werden die Anforderungen an feste Ölbindemittel definiert. 

 

Was wird zu flüssigen Ölbindern gesagt?

Flüssige Mittel werden explizit abgegrenzt und auf ihre Wassergefährdung hingewiesen, sowie betont, daß diese nur für ganz begrenzte Notfälle zum Einsatz kommen können.

 

Wer unterliegt diesen Anforderungen?

Staatliche und kommunale Einrichtungen wie Umweltamt, Marine, Wasserschutzpolizei, Feuerwehr unterliegen diesen Vorgaben.

 

Gewerbetreibende, Private und Werksfeuerwehren müssen sich nicht danach richten, aber die Untersuchungen für das Umweltamt geben allen Anwendern von Ölbindern eine sinnvolle Entscheidungshilfe.

 

2. Typen Ölbindemittel

Je nach Einsatzgebiet werden die Ölbindemittel in 4 Typen vereinfacht folgendermaßen unterschieden: 

 

Typ I: Ölbinder besonders auch für größere Gewässer geeignet. 

 

Typ  II: Ölbinder für den allgemeinen Einsatz auf dem Land und kleineren Gewässern.

 

Typ III: Ölbinder für Straße

besondere Bedarfsfälle, insbesondere in Gewerbe und Industrie. Diese Ölbinder müssen nicht wasserabweisend sein.

 

Typ III mit Zusatz "R": "R" steht für "rutschfest". Diesen Zusatz erhalten nur Ölbindemittel, welche vereinfacht ausgedrückt eine ölbereinigte Fahrbahn nach dem Abfegen auch bei Regen so sauber hinterlassen, daß der "Rutschfaktor" zu mindestens 80% dem Faktor vor dem Unfall entspricht.

 

Typ IV: Ölbinder für Gewässer in >= 25 L voluminösen Gebinden

3. Anforderungen an geprüfte Ölbinder

Vereinfacht ausgedrückt lauten nach LTwS 27 die Anforderungen an geprüfte Ölbindemittel wie folgt:

 

1. Inhaltsstoffe: Keine gesundheitsschädlichen Stoffe

2. Ölbindekraft: Vorgeschriebene Mindestsaugkraft

3. Schwimmfähigkeit > 95% (99% bei Typ IV)

4. Ölhaltefähigkeit ist definiert

5. Kornverteilung/Feinkornanteil: Darf nicht zu staubig sein oder gesundheitsbelastende Feinanteile haben, der Grobkornanteil > 4 cm ist begrenzt

6. Lagerfähigkeit >= 5 Jahre

7. Verpackungsvorgabe, Beschriftungskennzeichen..

8. Angabe des Grundmaterials: Elastomere, Diatomeenerde...

9. Schüttgewicht in Gramm pro Liter

10. Ölbindebedarf für normiertes "leichtes Heizöl"

11. Messung der Rutschfestigkeit mittels SRT Gerät. Es müssen nach Reinigung  mindestens 80% der Rutschfestigkeit im Vergleich zur unverschmutzten Fläche erreicht werden. Die Verschlechterung der Rutschfestigkeit wird in Prozent angegeben.

 Zugelassene Absorbtionsmittel erhalten ein Prüfungszeugnis, welches für 6 Jahre Gültigkeit hat. In dieser Zeit werden diese Produkte in der Liste für zugelassene Ölbindemittel aufgeführt.

 

Zugelassen für die Prüfungen sind aktuell:

- Hygiene Institut Gelsenkirchen für arbeitsmedizinisches Gutachten

- Materialprüfungsamt MPA Dortmund 

- Dekra Umwelt GmbH

- Polymer-Institut

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